Am 23. Mai 2012 soll es eröffnet werden. Das "BMW Guggenheim Lab" wird in Berlin-Kreuzberg stehen, auf einer Brache an der Schlesischen Straße Ecke Cuvrystraße. Damit hat sich das Guggenheim-Museum unter anderem aus Platzgründen kurzfristig für einen anderen Standort entschieden. Bislang hieß es, die temporäre Kunsthalle soll auf dem Pfefferwerk-Gelände in Prenzlauer Berg aufgebaut werden. "Eine Verzögerung wird es deshalb aber nicht geben", sagte Thomas Girst, Leiter Kulturengagement bei BMW. Das Berliner Vorbereitungsteam hat sich bereits beim Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzbergs vorgestellt. "Ein spannendes Projekt, wenn es so realisiert wird, wie angekündigt", findet Bürgermeister Franz Schulz (Grüne). "Es sollen auch aktuelle stadtpolitische Themen diskutiert werden, aber unkonventioneller als üblich."

Eröffnung ist am 24. Mai

Vom 24. Mai bis 29. Juli 2012 wird das Guggenheim Lab in Kreuzberg öffnen. Es soll ein Ort sein, an dem sich Fachleute, Anwohner und Interessierte treffen, diskutieren und Projekte entwickeln. Das große Thema heißt: "Confronting Comfort" - es geht um die Bedeutung des Komforts. Das Labor werde "eine Kombination aus Ideenschmiede, öffentlichem Forum und innovativem Forschungslabor", kündigte Thomas Girst an. Bezirksbürgermeister Schulz setzt darauf, dass es im Programm auch um Mietererhöhung und Gentrifizierung in Berlin gehen wird. Schulz will jetzt für das Guggenheim-Lab-Team eine Liste von Ansprechpartnern und Initiativen aus Kreuzberg zusammenstellen.

Vier Beauftragte bereiten seit Herbst 2011 das Berliner Labor vor. Es sind zwei Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston: José Gómez-Márquez, Programmdirektor für Innovationen in der Internationalen Gesundheits-Initiative des MIT, und der Architekt und Ingenieur Carlo Ratti, Leiter des Senseable City Lab am MIT. Zum Team gehören auch die in Berlin lebende Fotografin Corinne Rose und Rachel Smith, leitende Transportplanerin von Aecom in Australien. Diese Arbeitsgruppe habe den neuen Standort vorgeschlagen, sagte Thomas Girst. Die Vorteile: Das Kreuzberger Grundstück ist zentral gelegen, rund 8400 Quadratmeter groß und bietet damit erheblich mehr Platz als die Fläche in Prenzlauer Berg.

Das BMW Guggenheim Lab wird nahe am Spreeufer stehen und von der Oberbaumbrücke aus zu sehen sein. Besucher können an der U-Bahn-Station Schlesisches Tor aussteigen. Dank der großen Fläche und der schnellen Erreichbarkeit biete das Grundstück die ideale Basis, um Programme, Workshops und andere Veranstaltungen zu entwickeln, sagte Girst.

Dennoch sei das Pfefferwerk nicht ganz aus dem Rennen. Der Aedes Network Campus Berlin bleibe Partner des Guggenheim Lab. "Es kann sein, dass einige Programmpunkte auf dem Pfefferwerk-Gelände stattfinden."

Entworfen wurde das Guggenheim-Lab-Gebäude vom japanischen Architektur-Büro Bow-Wow. Die zweistöckige Halle hat eine Grundfläche von rund 250 Quadratmetern. Sie ist von allen Seiten zugänglich. Der Raum im Inneren kann umgestaltet werden, je nachdem, ob eine Diskussion, eine Filmvorführung oder ein Vortrag auf dem Programm stehen. 2010 stand das Gebäude für zweieinhalb Monate in New Yorck, zwischen zwei Häuserzeilen. Nach Angaben der Veranstalter kamen mehr als 54.000 Besucher. Berlin ist die zweite Station. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit habe bereits sein Kommen zur Eröffnung zugesagt, so Thomas Girst. Dritter Standort des Labs wird die indische Hafenstadt Mumbai (ehemals Bombay) sein. Dort soll die Halle Ende 2012 aufgebaut werden.