Berliner Morgenpost
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KLEINE ENTDECKUNGEN
Ein Landhaus mit offenen Türen
Der Anblick von großen Häusern und herrlichen Gärten ist in Zehlendorf nichts Neues - besonders schöne stehen in Nikolassee.

Aber den Mittelhof im Kirchweg kann man besuchen. Kostet nichts, Anruf genügt (Tel. 80 30 70). Architekturstudenten kommen oft und betrachten die Besonderheiten eines der bedeutendsten Landhäuser Berlins: große Holztüren, kunstvolle Täfelungen und Deckenbalken aus heimischen Hölzern. Durch weiße Sprossenfenster blickt man auf alte Ahorne und Kiefern. Der große Garten fällt zur Rehwiese ab. Man kann sich gut vorstellen, dass hier schon Kutschen fuhren: Hinter dem Tor aus hellem Holz führt eine gepflasterte und von Birken und Buchen gesäumte Auffahrt wie ins Haus hinein. Hinter einer schweren Holztür mit breiten Flügeln endet sie in einen Lichthof, in dem einmal ein Brunnen stand.

Das mit grauem Schiefer gedeckte Backsteinhaus hat Charme - und eine bewegte Geschichte. 1915 von dem Architekten Hermann Muthesius im Landhausstil gebaut, war es Wohnhaus, ab 1938 Sitz der nationalsozialistischen Reichskulturkammer und nach dem Krieg bis 1947 ein Club für US-Soldaten. Heute arbeiten im Mittelhof die Historische Kommission zu Berlin und das Zentrum moderner Orient.


Artikel erschienen am 10.10.2011

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